Katwarn Warnungen

1914-1918

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Die Freiwillige Feuerwehr während des 1. Weltkrieges von 1914 bis 1918

Bei Ausbruch des Krieges am 1.8.1914 mussten binnen einiger Tage 92 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr zur Fahne eilen.Der Rest von 16 Wehrleuten reichte nicht zur Bedienung der Löschgeräte aus, um die Stadt vor Feuersgefahr zu schützen. Aus diesem Grunde erließ der damalige 1.Hauptmann Hölscher einen Aufruf, dass sich die Zurückbleibenden in den Dienstdes Feuerschutzes stellen sollten. Etwa 250 Männer, ehemalige Feuerwehrmänner, Schüler der oberen Klassen der Oberrealschule und sämtliche hier gebliebenen Männer erschienen, so dass alle Züge wieder voll besetzt werden konnten. Das in Alsfeld in Garnison liegende Landsturm-Bataillon XVIII/50 half jederzeit bei Brandfällen.

1894-1914

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Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Alsfeld von 1894 bis 1914
Im Jahre 1890 wurde ein neues Gesetz über die Landesfeuerlöschordnung erlassen. Hiernach waren nur drei Arten von Feuerwehren zulässig:

1. die Freiwillige Feuerwehr, der eine Hilfsmannschaft beigegeben werden konnte 2. die Berufsfeuerwehr und 3. die Pflichtfeuerwehr. Hier in Alsfeld wurde die Form der Freiwilligen Feuerwehr mit beigegebener Hilfsmannschaft gewählt. In der Generalversammlung am 30. Sept. 1894 erfolgte die Neukonstituierung. Zum 1. Hauptmann wurde der seitherige Stelleninhaber Gg. Kurtz jr. und zum 2. Hauptmann Lorenz Rößner II. gewählt. Die Wehr erhielt nach der Neuorganisation den Namen „Freiwillige Feuerwehr der Stadt Alsfeld" und übernahm sämtliche vorhandenen Löschgeräte. Nach der endgültigen Aufstellung gliederte sie sich in 3 Abteilungen und diese wiederum in Züge:

Abt. Nr. 1. Steigermannschaft (Züge 1, 2, 3); 
 Abt. Nr. 2, Spritzenmannschaft (Züge 4, 5, 6, 7, 8);
 Abt. Nr. 3, Ordnungsmannschaft (Zug 9).

An Geräten bediente die Wehr nunmehr: eine Schiebeleiter, ein Requisitenwagen mit Hakenleitern, Rettungsschlauch und Sprungtuch, 2 Anstelleitern, die neue Landspritze, die Abprotz-, Saug- und Druckspritze mit Wasserwagen, die Turnerspritze, die alte Stadtspritze und die kleine Tragspritze. Die Uniformierung blieb im wesentlichen dieselbe einschl. der Dienstrangabzeichen. An Stelle der Zinkhelme traten Lederhelme mit darauf befindlichem Stadtwappen. Die Messinghelme mit den Helmbüschen für die Hauptleute und die Adjutanten wurden zunächst beibehalten und erst in späteren Jahren durch Lederhelme mit Messingkamm, Stadtwappen und Schuppenkette ersetzt. 1Im Jahre 1896 erhielt der Zug 4 für den auswärtigen Dienst zwecks rascher Beförderung nach den umliegenden Dörfern einen neuen Mannschaftstransportwagen. Derselbe wurde von einheimischen Handwerkern hergestellt. Die Kosten beliefen sich auf 425 Mark und wurden vorwiegend von der Wehrkasse getragen. Durch den Bau der Wasserleitung im Jahre 1896 und die damit verbundene Anlage von Hydranten wurde 1897 eine neue Abteilung (Nr.4) mit vorläufig einem Hydrantenwagen gebildet. Die Mannschaften der alten Stadtspritze und der kleinen Tragspritze wurden dieser Abteilung zugewiesen. Die beiden genannten Spritzen stellte man in Reserve. Ein zweiter Hydrantenwagen wurde 1899 erbaut. Die Hydrantenabteilung gliederte sich in die Züge 8 und 9. Die Anzahl der eingebauten Hydranten erfahren wir aus einem Verzeichnis aus dem Jahre 1900. Es wurde hierin die Lage von 50 Hydranten angeführt. Die alte Stadtspritze kam ins Museum, die kleine Tragspritze wurde zum Schutz des Hellhofes verwendet und dort aufbewahrt. Im Jahre 1899 bildete man den Zug 10 mit den Radfahrfeuermeldern für den Feuermeldedienst nach den umliegenden Dörfern. Die Alarmierung erfolgte von Seiten der Freiwilligen Feuerwehr durch die Signalisten mit Horn und Trommel. Der Zug 4 mit der neuen Landspritze und dem Mannschaftstransportwagen nebst dem Pferdevorspanndienst wurden zum auswärtigen Dienst nur durch die Trommel alarmiert. In der damaligen Zeit betrug die Einsatzhäufigkeit in der Stadt etwa 1 - 3 Brände pro Jahr. Hinzu kamen noch die auswärtigen Löschhilfen. Im Jahre 1901 wurde das alte Brauhaus in der Obergasse (heute Schwälmer Brunnen), das schon länger als Gerätehaus gedient hatte, umgebaut. Danach war es möglich, fast alle Geräte dort unterzustellen. Zur Schlauchtrocknung war ein Dachreiter aufgesetzt worden. Unter reger Anteilnahme der gesamten Bevölkerung der Stadt sowie vieler auswärtiger Wehren, wurde das 50- jährige Stiftungsfest am 19. Juni 1904 auf dem Viehmarkt (später Lindenplatz) begangen.

1876-1894

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Das Freiwillige Feuerwehr-Korps von 1876 bis 1894


1Durch den geschilderten Zusammenschluss traten einige Änderungen ein. Zum 1. Hauptmann wurde Adolf Freundlieb, zum 2. Hauptmann der seitherige Turnerfeuerwehr-Hauptmann Gg. Dietr. Hoos und zum Verwaltungsratsvorsitzenden Gg. Eberhard Wollrab gewählt. Letzterer war bis 1890 in diesem Amt verdienstvoll tätig. Auch in der Uniformierung nahm man Änderungen vor. Die weißen Jacken wurden durch braune Tuchröcke ersetzt. Die Vorgesetzten erhielten jetzt Dienstrangabzeichen in Form von Sternen auf den Schulterklappen. Die Mitglieder des Verwaltungsrates trugen hierauf einen roten Stoffstreifen. Für die Signalisten wurden Schwalbennester eingeführt. Das 170 Mann starke Korps gliederte sich in:

1.Steigermannschaft  mit Anstellleitern und Rettungsgerätschaften 
 2. Pumpenmannschaft mit Saug- und Druckspritze und der Turnerspritze,
 3. Wachmannschaft.


Letztere war mit einem weißen Band mit roter Einfassung am linken Oberarm gekennzeichnet. Die Statuten waren alsbald nach Neuformierung des Korps in gedruckter Form den Mitgliedern ausgehändigt worden. Das Fehlen bei Übungen wurde mit Geldstrafen geahndet. Die eingenommenen Strafgelder kamen einem Unterstützungsfond für im Dienst verunglückte Feuerwehrmänner zugute. Anfang des Jahres 1876 war bereits der Beitritt zum Deutschen Feuerwehrverband und zum Hessischen- bzw. Provinzialfeuerwehrverband vollzogen worden. Zum Zwecke der laufenden Information hielt man die Deutsche Feuerwehrzeitung.

 Am 15.1.1877 machte das Freiwillige Feuerwehr-Korps der Stadt Alsfeld den Vorschlag, einen Kreisfeuerwehrverband zu gründen Dies wurde aber erst viele Jahre später Realität. Anfang des Jahres 1876 wurde die noch bestehende Pflichtfeuerwehr auf Betreiben des Freiwilligen Feuerwehr- Korps wieder personell ergänzt. Die Obmänner der Pflichtfeuerwehr erhielten zur Kenntlichmachung Wachstuchmützen mit breiten weißen Stoffstreifen. Trotzdem das Korps 153 Mann stark war, benötigte man zur erfolgreichen Brandbekämpfung eine starke Löschmannschaft. Man denke an den Betrieb der handbetätigten Spritzen und an den Transport des Löschwassers. Hierzu war der Feuereimer noch sehr im Gebrauch. Ein Verzeichnis vom 16.9.1876 benennt ihre Verwahrungsorte und Anzahl. Insgesamt hatte man 155 Eimer zur Verfügung.

 2Am 18.3.1879 beschloss der Gemeinderat, eine neue Spritze für den auswärtigen Dienst anzuschaffen. Nach Einholung von Angeboten schloss man am 23. Mai wieder mit der Firma Carl Metz in Heidelberg den Kaufvertrag über 1800 Mark ab. Um die Kosten zu bestreiten, musste man die Herstellung von zwei Kanälen und die Umpflasterung der Obergasse auf das Jahr 1880 verschieben. Die Vorgängerin, die alte Landspritze von 1765, wurde am 6.7.1887 meistbietend an zwei Alsfelder Handwerker versteigert. Anlässlich des 25jährigen Stiftungsfestes des Freiwilligen Feuerwehr Korps, das man am 18. August 1879 unter zahlreicher Beteiligung der Behörden, der Lokalvereine und der meisten Wehren des Oberhessischen Provinzialfeuerwehrverbandes auf dem Ludwigsberg (Steinkaute) feierte, wurde die neue vierrädrige Saugspritze probiert. Im Oktober 1887 konnte man mit finanzieller Hilfe der Landesbrandkasse und freiwilliger Spenden neben einem neuen Rettungssack, Hakenleiter, einem Requisitenwagen, eine Schmahlsche fahrbare Schiebeleiter anschaffen. Die Leiter kostete 890 Mark. Für die Bedienung derselben bildete man einen neuen Steigerzug. Es wurde auch die Dienststellung eines Steigerhauptmannes geschaffen, der ab 1890 einen Messinghelm mit schwarzem Helmbusch trug. Ende 1892 wurden die Rettungsgerätschaften noch durch ein Sprungtuch ergänzt.


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