Katwarn Warnungen

1919-1939

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Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Alsfeld von 1919 bis 1939

Am 26.5.1919 fand die erste Generalversammlung nach dem Kriege statt. Kommandant Hölscher begrüßte die aus dem Felde heimgekehrten Feuerwehrmänner und gedachte der 15 gefallenen und vermissten Kameraden. In den Nachkriegsjahren litt die Freiwillige Feuerwehr zunächst unter einem Mangel an aktiven Mitgliedern, so dass für einige Jahre noch ilfsmannschaften herangezogen werden mussten. Am 12.9.1920 fand ein Bezirksfeuerwehrtag in Alsfeld statt. Kreisbrandinspektor Hölscher berichtete über das Feuerlöschwesen im Kreise Alsfeld. Im Anschluss daran fand die Gründung des Verbandes der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Alsfeld statt. Im Jahre 1922 wurde das Feuermeldewesen durch Anschaffung einer Feuersirene verbessert und 2 Feuermelder angebracht. Das durch die Vergrößerung der Stadt schon seit Jahren wieder eingeführte Anschlagen der Glocken und Signalisieren der Richtung des Brandes mit einer roten Fahne oder roten Laterne durch den Türmer wurde eingestellt. Sein großes Feuerrohr (Sprachrohr) aus dem Jahre 1863 wurde dem Museum überwiesen.

 In der Jahreshauptversammlung am 22.4.1922 wurde der ausscheidende 1. Kommandant Lorenz Rößner zum Ehrenkommandanten ernannt. Im Jahr 1925 wurde ein Stoßtruppgerätewagen mit Handfeuerlöschern (Zug 10) in Dienst gestellt. Eine Magirus- Lafettenmotorspritze 800-1/min. erhielt die Wehr 1926. Die Kosten betrugen 8500 Mark. Diese Motorspritze übernahm nun die auswärtige Löschhilfe, sie wurde dazu an einen Postomnibus angehängt. Die Turnerspritze wurde in Reserve gestellt.

 A1m 30.8.1926 verstarb der verdiente 1. Kommandant Ludwig Martin. Heinrich Knierim III. übernahm die Wehr. Das Feuerwehrgerätehaus in der Obergasse wurde 1926 abgebrochen. Der umgebaute Maschinensaal des früheren Elektrizitätswerkes am Lieden wurde die neue Unterkunft für die Feuerwehr. 1927 konnte man durch eine Stiftung der Bezirkssparkasse eine moderne Magirus-Schiebeleiter anschaffen. 

Am 10.u.12.6.1928 fand in Alsfeld der 26. Provinzial-Feuerwehrtag verbunden mit dem 75jährigen Bestehen der Freiw. Feuerwehr Alsfeld statt. Im Mai 1929 wurde dank einer weiteren Stiftung der Bezirkssparkasse eine Schiebeleiter als Ersatz für die Anstellleitern angeschafft. Ein Transportwagen für nasses Schlauchmaterial folgte 1932.

 Die politische Umwälzung im Jahre 1933 forderte, dass auch bei den 2Freiwilligen Feuerwehren eine entsprechende Gleichschaltung durchgeführt werden musste. Da nach maßgeblichen Bestimmungen der Kreisfeuerwehrführer nicht zugleich auch Wehrführer sein durfte, wurde an Stelle von Heinrich Knierim III, Franz Hartmann zum neuen Wehrführer gewählt. Der ausscheidende seitherige Kommandant Heinrich Knierim III. wurde zum Ehren-Hauptbrandmeister ernannt.

 Dank dem Einsatz von Hbrm. Franz Hartmann konnte die Stadt mit finanzieller 3Unterstützung der einheimischen Industrie und Banken eine gebrauchte Magirus-Automobilspritze (LF 10/26) für 4000 Mark erwerben. Sie wurde am 8. 5.1937 von Darmstadt nach Alsfeld überführt. 1939 wurde neben der schon lange bestehenden Feuerwehrkapelle ein Spielmannszug gegründet. Der Aufbau desselben kam ebenso wie die stetige Aufwärtsentwicklung der Wehr durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges zu einer Unterbrechung.

1914-1918

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Die Freiwillige Feuerwehr während des 1. Weltkrieges von 1914 bis 1918

Bei Ausbruch des Krieges am 1.8.1914 mussten binnen einiger Tage 92 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr zur Fahne eilen.Der Rest von 16 Wehrleuten reichte nicht zur Bedienung der Löschgeräte aus, um die Stadt vor Feuersgefahr zu schützen. Aus diesem Grunde erließ der damalige 1.Hauptmann Hölscher einen Aufruf, dass sich die Zurückbleibenden in den Dienstdes Feuerschutzes stellen sollten. Etwa 250 Männer, ehemalige Feuerwehrmänner, Schüler der oberen Klassen der Oberrealschule und sämtliche hier gebliebenen Männer erschienen, so dass alle Züge wieder voll besetzt werden konnten. Das in Alsfeld in Garnison liegende Landsturm-Bataillon XVIII/50 half jederzeit bei Brandfällen.

1894-1914

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Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Alsfeld von 1894 bis 1914
Im Jahre 1890 wurde ein neues Gesetz über die Landesfeuerlöschordnung erlassen. Hiernach waren nur drei Arten von Feuerwehren zulässig:

1. die Freiwillige Feuerwehr, der eine Hilfsmannschaft beigegeben werden konnte 2. die Berufsfeuerwehr und 3. die Pflichtfeuerwehr. Hier in Alsfeld wurde die Form der Freiwilligen Feuerwehr mit beigegebener Hilfsmannschaft gewählt. In der Generalversammlung am 30. Sept. 1894 erfolgte die Neukonstituierung. Zum 1. Hauptmann wurde der seitherige Stelleninhaber Gg. Kurtz jr. und zum 2. Hauptmann Lorenz Rößner II. gewählt. Die Wehr erhielt nach der Neuorganisation den Namen „Freiwillige Feuerwehr der Stadt Alsfeld" und übernahm sämtliche vorhandenen Löschgeräte. Nach der endgültigen Aufstellung gliederte sie sich in 3 Abteilungen und diese wiederum in Züge:

Abt. Nr. 1. Steigermannschaft (Züge 1, 2, 3); 
 Abt. Nr. 2, Spritzenmannschaft (Züge 4, 5, 6, 7, 8);
 Abt. Nr. 3, Ordnungsmannschaft (Zug 9).

An Geräten bediente die Wehr nunmehr: eine Schiebeleiter, ein Requisitenwagen mit Hakenleitern, Rettungsschlauch und Sprungtuch, 2 Anstelleitern, die neue Landspritze, die Abprotz-, Saug- und Druckspritze mit Wasserwagen, die Turnerspritze, die alte Stadtspritze und die kleine Tragspritze. Die Uniformierung blieb im wesentlichen dieselbe einschl. der Dienstrangabzeichen. An Stelle der Zinkhelme traten Lederhelme mit darauf befindlichem Stadtwappen. Die Messinghelme mit den Helmbüschen für die Hauptleute und die Adjutanten wurden zunächst beibehalten und erst in späteren Jahren durch Lederhelme mit Messingkamm, Stadtwappen und Schuppenkette ersetzt. 1Im Jahre 1896 erhielt der Zug 4 für den auswärtigen Dienst zwecks rascher Beförderung nach den umliegenden Dörfern einen neuen Mannschaftstransportwagen. Derselbe wurde von einheimischen Handwerkern hergestellt. Die Kosten beliefen sich auf 425 Mark und wurden vorwiegend von der Wehrkasse getragen. Durch den Bau der Wasserleitung im Jahre 1896 und die damit verbundene Anlage von Hydranten wurde 1897 eine neue Abteilung (Nr.4) mit vorläufig einem Hydrantenwagen gebildet. Die Mannschaften der alten Stadtspritze und der kleinen Tragspritze wurden dieser Abteilung zugewiesen. Die beiden genannten Spritzen stellte man in Reserve. Ein zweiter Hydrantenwagen wurde 1899 erbaut. Die Hydrantenabteilung gliederte sich in die Züge 8 und 9. Die Anzahl der eingebauten Hydranten erfahren wir aus einem Verzeichnis aus dem Jahre 1900. Es wurde hierin die Lage von 50 Hydranten angeführt. Die alte Stadtspritze kam ins Museum, die kleine Tragspritze wurde zum Schutz des Hellhofes verwendet und dort aufbewahrt. Im Jahre 1899 bildete man den Zug 10 mit den Radfahrfeuermeldern für den Feuermeldedienst nach den umliegenden Dörfern. Die Alarmierung erfolgte von Seiten der Freiwilligen Feuerwehr durch die Signalisten mit Horn und Trommel. Der Zug 4 mit der neuen Landspritze und dem Mannschaftstransportwagen nebst dem Pferdevorspanndienst wurden zum auswärtigen Dienst nur durch die Trommel alarmiert. In der damaligen Zeit betrug die Einsatzhäufigkeit in der Stadt etwa 1 - 3 Brände pro Jahr. Hinzu kamen noch die auswärtigen Löschhilfen. Im Jahre 1901 wurde das alte Brauhaus in der Obergasse (heute Schwälmer Brunnen), das schon länger als Gerätehaus gedient hatte, umgebaut. Danach war es möglich, fast alle Geräte dort unterzustellen. Zur Schlauchtrocknung war ein Dachreiter aufgesetzt worden. Unter reger Anteilnahme der gesamten Bevölkerung der Stadt sowie vieler auswärtiger Wehren, wurde das 50- jährige Stiftungsfest am 19. Juni 1904 auf dem Viehmarkt (später Lindenplatz) begangen.

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